Soziales Engagement | Astrid Mendolia
02.06.2015 14:38

Philippinen: Hausbau nach Taifun-Katastrophe

Mehr als nur ein Dach über dem Kopf

Die Philippinen gehören zu den am meisten gefährdeten Regionen der Erde. Naturkatastrophen wie Tropenstürme, extreme Regenfälle oder Überflutungen suchen den Inselstaat immer wieder heim. 2013 zerstörte der Taifun Hayan ganze Landstriche. Die LEG unterstützt die Betroffenen beim Wiederaufbau.

Wie in fast allen Entwicklungsländern sind es die Armen, die es am härtesten getroffen hat. Weil sie sich kein sicheres Bauland leisten können, müssen sie in Gebieten leben, die flutgefährdet oder nicht bewaldet und damit hohen Windgeschwindigkeiten ausgesetzt sind. Die notdürftigen Behausungen bieten keinen Schutz vor den Naturgewalten. In dem schwer betroffenen Distrikt Tanauan auf der Insel Leyte können einige Familien inzwischen aufatmen. Sie haben mit Hilfe von Schwestern des Ordens der Franziskanerinnen und mit Spenden der LEG die ersten Häuser errichtet, die den Naturgewalten trotzen.

Neuaufbau unter fachkundiger Anleitung

Für den Bau der Häuser wurde eine kleine Kommission gegründet. Sie besteht aus einem Ingenieur, einem Maurer, einem Zimmermann und Menschen mit Bauerfahrung. Sie sollen die Familien beraten, wie sie ihre Häuser sturm- und flutsicher machen können. Die Familien müssen in jedem Fall beim Bau mithelfen. Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe sind feste Voraussetzung und für alle Ehrensache. Sie wollen in der neuen Nachbarschaft gut zusammenleben – da hilft eine gemeinsame „Baugeschichte“. Damit es einen Anreiz gibt, bieten die Franziskanerinnen zugleich das Hilfsprogramm „Lebensmittel für Arbeit“ an. Sonst könnten viele Tagelöhnerfamilien nicht mitmachen, denn sie leben praktisch von der Hand in den Mund.

Viele Herausforderungen sind zu meistern

Ein wich­ti­ges Ziel ist, dass die Men­schen neue Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten beim Haus­bau er­wer­ben. Dass die alten Hüt­ten bei den ­Taifunen so sehr in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wer­den, liegt auch an der Ver­wen­dung un­ge­eig­ne­ter Ma­te­ria­li­en, an schlech­ten Ver­ankerungen und un­sach­ge­mä­ßer Bau­aus­füh­rung. Die De­vi­se: „Build back bet­ter“ – „Baue es bes­ser auf“. Nach dem Haus­bau muss drin­gend die Ein­kom­mens­fra­ge ge­löst, the­ra­peu­ti­sche Hilfe or­ga­ni­siert und me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung ge­währ­leis­tet wer­den. Die Auf­ga­ben­lis­te der Schwes­tern ist lang.

Als Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­ti­on schaut die ­DESWOS auf die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Lö­sun­gen, be­tei­ligt die Men­schen, ak­ti­viert sie und weckt ihre ei­ge­nen Kräf­te. Und sie sieht auf die Kos­ten. Denn wenn Bau­lö­sun­gen zu teuer sind, blei­ben an­de­re be­dürf­ti­ge Fa­mi­li­en von dem Pro­jekt aus­ge­schlos­sen. Die Res­sour­cen sind be­grenzt. Aber es gibt eine Res­sour­ce, die in den Men­schen selbst liegt. Ge­ra­de auf den Phil­ip­pi­nen wird es deut­lich: Es ist das un­er­schüt­ter­li­che Gott­ver­trau­en. Wie sonst könn­ten Men­schen, die ihr Leben als eine Kette von klei­nen und gro­ßen Ka­ta­stro­phen er­fah­ren, den Mut zum Wei­ter­le­ben fin­den? Jeden Tag be­wei­sen die Men­schen im Bau­pro­jekt in Tanau­an ihre Stär­ke.

Mehr Infos auf www.​deswos.​de

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